MAG will Rhein-Main erobern

Dienstag, 13 September 2016

Das Hilton war 1966 der Grund für die MAG-Gründung. Heute führen Martin Dörnemann und Christian v. der Lühe (v.l.) die Mainzer Aufbaugesellschaft

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MAINZ. Die Main­zer Auf­bau­ge­sell­schaft (MAG) ex­pan­diert. Pünkt­lich zur Fei­er ih­res 50-jäh­ri­gen Be­ste­hens wei­tet die stadt­na­he Ge­sell­schaft ih­re Ak­ti­vi­tä­ten über die Main­zer Stadt­gren­zen hin­aus aus. Wie Mar­tin Dör­ne­mann, Ge­schäfts­füh­rer der MAG, der AZ er­läu­ter­te, ha­be sein Un­ter­neh­men sich ei­ne Kau­fop­ti­on auf ein Grund­stück in Darm­stadt ge­si­chert. Auf den 11 500 Qua­drat­me­tern sol­len Ge­wer­be- und Wohn­flä­chen ent­ste­hen; das Ge­län­de be­fin­de sich im Be­reich Ber­li­ner Al­lee/Haard­tring, recht zen­tral in der In­nens­tadt ge­le­gen.

„Wir se­hen in der Re­gi­on ein gro­ßes Ent­wi­cklungs­po­ten­zi­al“, sagt Dör­ne­mann. In Sa­chen Ver­trieb sei die MAG mit Ver­trieb­schef Franz von Dit­furth gut auf­ge­stellt und ver­netzt, so­dass ein Hin­aus­wach­sen über die Main­zer Stadt­gren­zen durch­aus be­herrsch­bar sei.

„Wir se­hen im Rhein-Main-Ge­biet gro­ße Ge­schäfts­chan­cen“, so Dör­ne­mann; bei dem Darm­städ­ter Pro­jekt sol­le es nicht blei­ben. „Die­ses neue Stand­bein der MAG ist stra­te­gisch ge­wollt“, sagt er, auch wenn klar sei, dass sich die MAG au­ßer­halb der Stadt erst noch ei­nen Na­men ma­chen müs­se. Die letz­ten grö­ße­ren Pro­jek­te au­ßer­halb von Mainz ha­be die Ge­sell­schaft in der Wen­de­zeit in Er­furt rea­li­siert, blickt Dör­ne­mann zu­rück. In jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit war die MAG nur in Mainz ak­tiv.

Kein Wun­der, dass bei der 50-Jahr-Fei­er der MAG im Mu­se­um für An­ti­ke Schif­fahrt der Fo­kus auf der Me­trop­ol­re­gi­on Frank­furt/Rhein-Main lag. „Wir sind in Frank­furt/Rhein-Main so gut ver­netzt wie nir­gend­wo an­ders“, sag­te Eric Men­ges, Ge­schäfts­füh­rer der Frank­furt­Rhein­Main GmbH, „hier liegt ei­ner der Hot­spots der Glo­ba­li­sie­rung. Die­se Chan­ce müs­sen wir nut­zen.“

Lob für die MAG gab es un­ter an­de­rem von Fi­nanz­de­zer­nent und Bürg­er­meis­ter Gün­ter Beck (Grü­ne), der auch Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der MAG ist: Die MAG ha­be die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 15 auf 30 Pro­zent er­höht, leis­te ei­nen jähr­li­chen Kon­so­li­die­rungs­bei­trag für die Stadt von ei­ner hal­ben Mil­li­on Eu­ro, so Beck. Nach den Kri­sen­jah­ren 2009/2010 ha­be die MAG den Weg zu­rück in die Er­folgs­spur ge­schafft, ha­be un­ter an­de­rem mit dem Hop­fen­gar­ten, dem Gar­ten­quar­tier in der Wil­helm-Theo­dor-Röm­held-Stra­ße oder dem Tor­haus am Win­ter­ha­fen span­nen­de ak­tu­el­le Pro­jek­te zu bie­ten.

Ver­gan­ge­ne Wo­che sei au­ßer­dem der Ver­trag mit der Stadt zum Um­bau des All­ianz­hau­ses zur Flücht­lings­un­ter­kunft un­ter­zeich­net wor­den. Ide­al sei es, dass auch der Kul­tur­club Schon Schön er­hal­ten blei­ben kön­ne, sag­te Gün­ter Beck. Un­ter an­de­rem hat die MAG in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten das Mu­se­um für An­ti­ke Schiff­fahrt, das Hy­att Ho­tel, die Rö­mer­pass­age, die neue Syn­ago­ge oder das Gleis­berg­zen­trum ge­baut. Am 12. Sep­tem­ber 1966 war der Ge­sell­schaf­ter­ver­trag zwi­schen der Stadt Mainz und den Grün­der-Ban­ken Stadt­spar­kas­se Mainz, Uni­on Treu­hand GmbH und Mit­tel­rhei­ni­sche Bank AG & Co. un­ter­zeich­net wor­den. Grund für die Grün­dung der MAG war der Bau des Hil­ton Ho­tels, der so fi­nan­ziert wer­den soll­te.

 

Quelle: Allgemeine Zeitung