Platz für 663 Wohnungen

Donnerstag, 01 Juni 2017

Auf dem ehemaligen Gewerbegelände am Haardtring und an der Berliner Allee soll ein neues Wohnquartier entstehen. (Foto: Andreas Kelm)

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In Darmstadt wird auf einem weiteren großen Areal, das in der Vergangenheit gewerblich genutzt wurde, neuer Wohnraum geschaffen. Die Mainzer Aufbaugesellschaft mbH (MAG) und der Dieburger Immobilienentwickler Kolb und Partner wollen auf dem von der Berliner Allee, dem Haardtring und dem Pfalzweg begrenzten Gelände insgesamt 663 Wohnungen errichten. Zusätzlich sind Büro- und Gewerberäume mit einer Fläche von 3500 Quadratmetern geplant. Der Baubeginn wird vermutlich im kommenden Jahr sein.

Die beiden Immobilienfirmen hatten das 24.000 Quadratmeter große Areal im Norden des sogenannten Verlegerviertels im vergangenen Jahr gekauft. Früher hatten dort der Nahrungsmittelhersteller Nähr-Engel und die Stolze GmbH ihren Sitz. Die ehemaligen Produktionshallen und Werkstätten stehen seit Jahren leer. Allein in einem kleineren Hallentrakt am Anfang des Pfalzwegs hat aktuell noch ein Fitnessstudio sein Domizil. Zudem nutzt ein Fortbildungsinstitut die früheren Büro- und Verwaltungsräume der Firmen in der Berliner Allee.

Nach den Planungen des von den Investoren beauftragten Friedberger Büros BLFP Frielinghaus Architekten werden auf dem Gelände 13 Neubauten entstehen. Um das Innere des neuen Quartiers vom Lärm der Bahntrasse am Pfalzweg abzuschirmen, ist dort ein geschlossener Riegel von drei siebengeschossigen Häusern geplant. Ähnlich sieht es im Norden des Areals aus, das dort an die Mercedes-Benz-Niederlassung angrenzt. Hier sind zwei Gebäude-Riegel vorgesehen mit jeweils fünf Geschossen und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss. In der Berliner Allee sollen die zwei Bürogebäude stehen bleiben und durch einen fünfgeschossigen Neubau am Abzweig des Haardtrings ergänzt werden.

Neben dieser Randbebauung wollen die Architekten am Haardtring und im Inneren des Quartiers sieben freistehende Häuser mit jeweils fünf Geschossen und einem Staffelgeschoss bauen. Richtung Süden bleibt das Areal somit offen und durchlässig gegenüber dem auf der anderen Seite des Haardtrings gerade entstehenden Wohnquartiers Berliner Carree.

In den neuen Gebäuden sollen nach derzeitigem Stand 328 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen und 335 sogenannte Mikro-Apartments Platz haben. Dazu kommen die Büroflächen in den zwei modernisierten Bestandsgebäuden und in dem Neubau. Mikroapartments sind in Großstädten bundesweit vor allem bei Geschäftsreisenden und Studenten gefragt. Sie bieten auf kleinem Raum - oft nur 20 oder 25 Quadratmeter - neben einem Wohn-/Schlafraum Bad und Küchenzeile.

Das neue Quartier wird autofrei sein. Es soll mit einer Tiefgarage unterbaut werden, in der 660 Autos Platz haben.

Um den hohen Bedarf an Sozialwohnungen zu bedienen, sollen auf rund einem Viertel der Wohnfläche geförderte Wohnungen entstehen. "Dies wird im Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan W 61 vertraglich gesichert", heißt es in der entsprechenden Magistratsvorlage, die jüngst auch das Stadtparlament beschäftigt hatte.

Der Abgeordnete Oliver Lott (SPD) hatte kritisiert, dass dabei der "zweite Förderweg" - für Wohnungen von Beziehern mittlerer Einkommen - nicht berücksichtigt werde. Er verlangte, dies im Durchführungsvertrag zu ergänzen. Baudezernentin Barbara Boczek (Grüne) sagte dazu, "das lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern". Die Verhandlungen mit den Investoren seien vor den entsprechenden Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung gelaufen. Danach sollen künftig bei größeren Neubau-Vorhaben 45 Prozent der Wohnungen für Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen bereitgestellt werden.

Martina Hübscher-Paul (Linke) äußerte die Befürchtung, dass die geplanten Mikro-Apartments nicht förderungsfähig seien und am Ende nur wenige geförderte Wohnungen blieben. Boczek wies das zurück. "Es gibt hier keine Zahlentricks", sagte sie. Abgesehen davon gebe es einen wachsenden Bedarf in Darmstadt für "solche Mikro-Wohnungen".(Quelle: Echo Online)

Quelle: Echo Online Darmstadt