„Eine tolle Erfolgsgeschichte“
  • Allgemeine Zeitung Mainz

„Eine tolle Erfolgsgeschichte“

„Eine tolle Erfolgsgeschichte“

2010 vor dem Ruin, verzeichnet die Mainzer Aufbaugesellschaft nun 3,3 Millionen Euro Gewinn

Von Dennis Rink

MAINZ. Nicht einmal zehn Jahre ist es her, da stand die Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) vor dem Ruin. Die Finanzkrise hatte das Unternehmen derart hart getroffen, dass zeitweise sogar darüber diskutiert wurde, ob man die stadtnahe Gesellschaft in eine Insolvenz laufen lassen soll. Umso stolzer präsentierten die Verantwortlichen nun die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018. Ein Netto-Gewinn von 3,3 Millionen Euro, eine Liquidität von 12 Millionen Euro, eine Eigenkapitalquote von 28,5 Prozent und eine Bilanzsumme von 94 Millionen Euro – „das ist eine tolle Erfolgsgeschichte“, sagte Geschäftsführer Christian von der Lühe. „Wir haben die Gesellschaft kontinuierlich auf einen guten Weg geführt.“

Dennoch schaut sich die MAG nach einem Nachfolger für von der Lühe um. Martin Dörnemann bleibt der MAG dagegen als zweiter Teil der Doppelsitze erhalten. „Die Gesellschafter sind schon vor einem Jahr in den Prozess eingestiegen, um frühzeitig eine Nachfolge sowie die personelle Entwicklung in den kommenden 10 bis 20 Jahren zu klären“, sagte Bürgermeister und MAG-Aufsichtsratsvorsitzender Günter Beck (Grüne). Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer läuft also, doch von der Lühe werde der MAG auf einer anderen Ebene als juristischer Berater erhalten bleiben. „Darauf wollen und können wir nicht verzichten“, sagte Beck. Hintergrund: Seit seinem Einstieg in die MAG als Sanierer in der großen Krise 2010 ist von der Lühe Geschäftsführer, aber eben auch Partner der Rechtsanwaltskanzlei Bette Westenberger Brink (BWB), die für die stadtnahe Gesellschaft Gutachten erstellt. „Dieses Konstrukt wurde aber stets einstimmig vom Aufsichtsrat abgesegnet“, betonte Beck. Von der Lühe selbst verwies auf einen Rahmenvertrag mit BWB, der eine Beratung in den Fachgebieten der Kanzlei, aber auch die Entsendung eines Geschäftsführers – also von der Lühe – beinhaltet. „Und dieses Zusammenspiel hat immer ganz hervorragend funktioniert“, sagte er. Hinweise auf Reibungspunkte mit Compliance-Richtlinien im Rahmen seiner Doppelrolle wies er entschieden zurück. „Ich werde den Teufel tun und gegen Richtlinien verstoßen, wenn ich mich als Anwalt selbst mit dem Thema Compliance beschäftige“, sagte von der Lühe. Beck bescheinigte dem Geschäftsführer eine sehr gute Arbeit. „Die Abwicklung der Spielbank damals war ein Meisterstück von Christian von der Lühe.“

Zurück zu den Zahlen: „Die MAG steht seit Jahren konstant gut da und die Auftragsbücher sind mit Projektgeschäften gut gefüllt“, sagte Beck. Zugleich leiste die MAG seit 2011 einen wichtigen Konsolidierungsbeitrag in Millionenhöhe zum städtischen Haushalt. „Für die Stadt ist es sehr wichtig, die MAG zu haben“, betonte Beck. Denn während die Wohnbau im Bestand entwickelt und den Wohnraum anschließend nicht verkauft, betreibe die MAG einen wichtigen Teil der kommunalen und gewerblichen Stadtentwicklung mit Immobilien, die anschließend veräußert werden – und Geld in die Kasse spülen.

„Das gute Ergebnis ist im Wesentlichen durch Projektgeschäfte entstanden, die im Jahr 2018 abgeschlossen und verkauft werden konnten“, sagte Dörnemann. Dazu gehört unter anderem das Projekt „Trigon“ am Binger Schlag. Unter anderem mit dem Torhaus am Winterhafen, dem Gartenquartier in Weisenau oder der Entwicklung des Komplexes auf dem Areal der ehemaligen Peter Jordan-Schule auf dem Hartenberg hat die MAG einige beachtenswerte Projekte im jüngeren Portfolio. Auch für die Zukunft stehen einige Vorhaben an. Doch gestiegene Baupreise, eine ausgelastete Industrie und ein erbitterter Kampf um attraktive Flächen machen die Arbeit nicht leichter. Gerade für ein stadtnahes Unternehmen, das im Wettbewerb mit der Konkurrenz ein vernünftiges Maß halten muss. „Im Idealfall finden wir Immobilien, die Entwicklungspotenzial haben, aber noch nicht auf dem Markt sind“, sagte Dörnemann. Deshalb gehe der Blick auch schon ins Umland, um Potenzialflächen zu identifizieren.

Ganz chancenlos ist die MAG im Wettbewerb aber auch nicht. Durch unsere Zahlen sind wir mittlerweile so attraktiv geworden, dass uns Projekte angetragen werden – oder wir sogar die Möglichkeit haben, im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag zu erhalten“, sagte von der Lühe. „Das geht unter anderem nur aufgrund einer derart guten Eigenkapitalquote.“ Wer hätte das 2010 gedacht.

Ihr Ansprechpartner

Michael Bonewitz

Pressestelle der Mainzer Aufbaugesellschaft mbH

E-Mail: info@bonewitz.de
Telefon: +49 (6135) 931 662

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