Fastnacht wieder in Rheingoldhalle
  • Allgemeine Zeitung Mainz

Fastnacht wieder in Rheingoldhalle

Die Fastnacht kann kommen – und das sogar im großen Stil. Der Kongresssaal der Rheingoldhalle soll bis Anfang 2022 fertig gestellt sein. Nach deutlich über drei Jahren Bauzeit. Bürgermeister und Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) machte es am Dienstagvormittag spannend. Er zählte erneut auf, welche Hürden die Baustelle seit November 2018, als der Umbau startete, zu überwinden hatte. Der Brand vom 16. Mai 2019, die daraus resultierenden Löschwasserschäden, die langwierigen bürokratischen Verhandlungen mit den Versicherungen, die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, der Bombenfund an der Rheinfront, die Lieferprobleme bei einigen Baustoffen – zuletzt auch das Hochwasser, das den Glas-Lieferanten bei Aachen hart traf. „Ich habe immer gesagt, dass ich einen Fertigstellungstermin erst dann nenne, wenn er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eingehalten werden kann.“ Dieser Moment war am Dienstag gekommen. Der 3. Januar soll der Tag sein, an dem die fertig sanierte Rheingoldhalle wieder an den Betreiber, die Mainzplus Citymarketing GmbH, übergeben wird. Die Halle wird dann betriebsbereit sein; dass noch kleinere kosmetische Arbeiten im Nachgang erledigt würden, sei nicht ausgeschlossen, so Beck und Frank Intra, Projektleiter für den Bau bei der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG). Das solle die Inbetriebnahme allerdings nicht beeinträchtigen. Die technische Abnahme der Halle solle bis dahin erfolgt sein. Auch die Räume im Untergeschoss, wo weitere Flächen für Veranstaltungen und Tagungen entstanden sind, sollen bis dahin fertig sein. Die Nachricht, dass die Halle pünktlich zur Fastnachtskampagne fertig werde, freue ihn, so Beck – schließlich trügen die Fastnacht und die Halle zum Image der Stadt bei. Im Kongresssaal wurde inzwischen der neue Estrich eingebracht; in den kommenden Wochen solle dann auf 1875 Quadratmetern das neue Eichenparkett – das gleiche wie im Gutenbergsaal – verlegt werden, so Frank Intra. Bestuhlt werden dann wieder etwa 1800 Menschen im Saal Platz finden; unbestuhlt werden das mehr als doppelt so viele sein. Auch die goldene Wandverkleidung, die die technischen Einbauten verdeckt, wird angebracht. Das edle Bild, das die Toiletten abgeben werden, lässt sich ebenfalls schon erahnen: Die Wände sind teils schon in schickem Gold gestrichen. Der große Balkon an der Rheinfront, der vor allem als Fluchtweg dienen soll, ist ebenfalls bereits betretbar. Er soll künftig nicht nur bei Veranstaltungen mitgenutzt werden können, sondern soll für jedermann vom Rheinufer aus zugänglich sein. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich nach aktuellem Stand auf etwa 41 Millionen Euro. Bei Mainzplus herrscht großes Aufatmen angesichts der Neuigkeiten. Am Montagabend war das Unternehmen über den Termin in Kenntnis gesetzt worden, berichtet Geschäftsführer August Moderer. „Meiner Meinung nach hätte man einen solchen Termin auch schon zwei Monate früher nennen können“, sagt er. „Das hätte vieles einfacher gemacht.“ Dennoch sei die Erleichterung und Freude sowohl bei Mainzplus wie auch bei Kunden aus der Kongressbranche und den Hotels groß. „Wir haben sofort einen Organisationsstab gegründet“, nun würden die Kollegen aus der Kurzarbeit und der Arbeitnehmerüberlassung zurückgeholt. „Es kommt jede Menge Arbeit auf uns zu“, sagt Moderer. Das erste Quartal 2022 sei hauptsächlich von der Fastnacht belegt; für das zweite, dritte und vierte Quartal gebe es bereits zahlreiche Anfragen und Reservierungen aus der Kongressbranche. „Das Timing der Bekanntgabe des Fertigstellungstermins war gut“, sagt Marc André Glöckner, der neue Geschäftsführer bei Mainzplus. Die neue vom Land eingeführte 2Gplus-Regel sei für Veranstaltungen gut umsetzbar, glaubt er. Dass die Halle nun in frischem Glanz und mit hochmoderner Technik wieder auf dem Markt sei, werde auch die Wertschöpfung in der Stadt und die Wirtschaftskraft ankurbeln, so Moderer. Schließlich spülten Kongresse Menschen und Übernachtungen in die Stadt. Schon jetzt sei absehbar, dass es auch in der Fastnachtskampagne wieder Doppelveranstaltungen in der Halle geben werde – dass also sowohl im Gutenberg-Saal wie auch im Kongresssaal Sitzungen stattfinden werden. „Wir werden dann wieder bis zu 3000 Menschen im Gebäude haben“, sagt Henning Schildt, Leiter der Abteilung Kongress bei Mainzplus. Zudem hätten international beachtete Kongresse für kommendes Jahr den Standort Mainz vorgesehen. Jetzt könnten hier endlich verbindliche Verträge geschlossen werden. Die Halle stärke den Kongresstourismus in ganz Rheinland-Pfalz, betont Philipp Meier, Marketing- und Tourismuschef bei Mainzplus. Zudem habe sein Unternehmen die Krise genutzt: „Wir haben unsere Locations bespielt, wir haben Mainzplus Digital gegründet. Wir haben nicht abgewartet, bis Corona vorbei ist“, sagt er. Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) ist ebenfalls glücklich, dass die Rheingoldhalle endlich wieder am Markt sein werde: „Wir haben endlich Planungssicherheit. Jetzt kann das Mainzer Kongressgeschäft zu alter Form zurückfinden“, sagt sie. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“ – und das auch dank der neuen Coronabekämpfungsverordnung, die vor allem auch für die Narren eine gute Nachricht sei.

Ihr Ansprechpartner

Michael Bonewitz

Unternehmenssprecher

E-Mail: Unternehmenssprecher@mag-mainz.de
Telefon: +49 (6131) 95 201- 83

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