Schutthalde weicht Nobelquartier
  • Allgemeine Zeitung Mainz, 19.05.2018

Schutthalde weicht Nobelquartier

Von Alexander Schlögel HARTENBERG-MÜNCHFELD . Noch stehen an der Straße „Am Judensand“ links vom Eingang zum Hartenbergpark die verlassenen und mittlerweile verfallenen Schulgebäude der Peter-Jordan-Schule. Anders in zwei Jahren: Dann soll es an dieser Stelle von der Stadt errichteten „Wohnraum mit besonderer Aufenthaltsqualität“ geben – so verspricht es Oberbürgermeister Michael Ebling, der zusammen mit Bürgermeister Günter Beck, Baudezernentin Marianne Grosse und Sozialdezernent Eckart Lensch am Freitag zu einem Ortstermin eingeladen hat. Auf einer Grundstücksfläche von rund 23 000 Quadratmetern entsteht ein neues Wohnquartier mit 270 Wohnungen und einer Kindertagesstätte – gebaut von den städtischen Gesellschaften WB Wohnraum Mainz (ein Tochterunternehmen der Wohnbau Mainz) und emag (ein Tochterunternehmen der Mainzer Aufbaugesellschaft und der Epple Holding). Das Projekt soll helfen, den Wohnungsmarkt zu entspannen. Denn immer mehr Menschen ziehen nach Mainz. „Wir tragen nicht gerne den Preis, zu den teuren Städten in Deutschand zu gehören“, bekräftigt Oberbürgermeister Ebling, weswegen die Verwaltung den „steigenden Mietpreisen den Kampf angesagt“ habe. Mietpreise dauerhaft zu senken, funktioniere aber nur durch eine Erhöhung des Angebots. „Damit schaffen wir Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung.“ Konkret, so erklärt es Wohnbau-Chef Thomas Will, sollen 40 Wohnungen des neuen Viertels öffentlich gefördert werden – vor allem an Senioren sei dabei gedacht, danach auch an andere Familien mit Jahresbruttoeinkommen bis zu 70 000 Euro. Für Personen mit Wohnberechtigungsschein seien aktuell Preise von 6,40 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter vorgesehen, die übrigen Geförderten müssten 7,25 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen. Mittelpunkt des Quartiers wird eine „grüne identitätsstiftende Mitte, um die sich ein Ensemble von Stadtvillen gruppiert“ – so die Ankündigung der Stadt. Geplant sind insgesamt neun Häuser mit jeweils vier Etagen plus Staffelgeschoss. Kita mit Freianlagen, Gemeinschaftsraum für alle Im Erdgeschoss des südöstlichen Gebäudes am Quartierseingang soll eine Kita für vier Gruppen mit Freianlagen entstehen, dazu im Erdgeschoss des südwestlichen Eingangsgebäudes ein Gemeinschaftsraum für alle Quartiersbewohner. „Das machen wir heute in jedem neuen Wohnquartier“, erklärt Will. „Die Anwohner haben dort die Möglichkeit, sich regelmäßig zu treffen.“ Das stärke die Wohngemeinschaft. Verkehrsmäßig soll das neue Viertel auf der einen Seite für den Öffentlichen Personennahverkehr durch die Bushaltestelle im Eingangsbereich zum Park, auf der anderen Seite für den Autoverkehr durch Parkplätze, die in einer Tiefgarage untergebracht sind, erschlossen sein. Auch auf den anliegenden Hartenbergpark habe das Wohnprojekt Auswirkungen, kündigt Will an. Der bisherige Bolzplatz werde ertüchtigt, die Seilbahn ein Stück weiter in den Park hinein verlegt. Doch bevor es so weit kommt, ist viel zu tun: Zunächst muss beispielsweise noch die Turnhalle der Schule geräumt werden, bevor die Bagger über das Areal fahren. Die Einzelteile der alten Schule und deren Ausstattung müssen vorschriftsmäßig entsorgt werden. Weil unter der Schule ein Teil einer ehemaligen Festungsanlage liegt (die AZ berichtete), werden außerdem Archäologen das Gebiet unter die Lupe nehmen. Will rechnet damit, dass „Ende 2018, Anfang 2019 die eigentlichen Arbeiten mit dem Tiefgaragenbau beginnen“ und kalkuliert mit einer Bauzeit von eindreiviertel bis zwei Jahren.

Ihr Ansprechpartner

Michael Bonewitz

Pressestelle der Mainzer Aufbaugesellschaft mbH

E-Mail: info@bonewitz.de
Telefon: +49 (6135) 931 662

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