Rheingoldhallen-Sanierung geht voran

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Rheingoldhallen-Sanierung geht voran

Lieferengpässe bei Baustoffen durch die Corona-Pandemie stellen den Zeit- und Kostenplan der Rheingoldhallen-Sanierung auch in 2021 noch immer vor gewaltige Herausforderungen. Dennoch geht der Sanierungsfortschritt sichtbar voran. So ist die gesamte Technik bereits im Großen Saal installiert, was noch fehlt, sind die Wandverkleidungen und Teile des Bühnenaufbaus.

Inzwischen konnte das Gerüst im Großen Saal abgebaut werden. Leider hat sich dabei bestätigt, was zu befürchten gewesen war, dass sowohl das Parkett als auch der Estrich in Folge der Löschwasserschäden ausgetauscht werden müssen.

Schon nach dem Brand in der Dachkonstruktion der Rheingoldhalle am 16. Mai 2019 mussten die Planungen rund um die Sanierung der Rheingoldhalle immer wieder den Gegebenheiten angepasst werden, zumal neben den Verhandlungen mit Versicherungen die umfangreichen Beseitigungen von Folgeschäden durch den Löscheinsatz die Planungen erschwerten. Schließlich gab es auch noch einen vermeintlichen Bombenfund im Bereich der Rheingoldterrasse an der Uferseite der Rheingoldhalle, der die Verantwortlichen in Atem gehalten hatte. Der Bombenfund bestätigte sich zwar, doch zum Glück handelte es sich dabei nur um Splitterteile einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg allerdings ohne Sprengsatz. Inzwischen sind die Bombenteile fachgerecht entfernt worden. Allerdings machen den Verantwortlichen nach wie vor Lieferengpässe bei Baustoffen zu schaffen, vor allem bei Holz- und Dämmmaterialien.

Auch in den ehemaligen Räumen der Spielbank geht es voran: Inzwischen ist die Technik komplett eingerichtet, hier sind noch Estrich- und einige Endarbeiten auszuführen. Im Rohbau ist derzeit noch die neue Rheingoldterrasse, die das Rheinfoyer mit dem Rheinufer verbindet, außerdem muss hier noch die Fassade erneuert werden.

Rheingoldhallen-Sanierung geht voran
Rheingoldhallen-Sanierung geht voran

Rheinstraße 66, 55116 Mainz

Häufig gestellte Fragen

Wem gehört eigentlich die Rheingoldhalle?

Die Rheingoldhalle Verwaltungs-GmbH ist persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafterin an der Rheingoldhalle GmbH & Co. KG, die die Projektierung, die Errichtung, den Betrieb, Vermietung und Verpachtung der Rheingoldhalle und des Rathausparkhauses zum Gegenstand hat. An der Rheingoldhalle GmbH & Co. KG hält die Stadt Mainz 50 Prozent der Anteile, die anderen 50 Prozent gehören der PMG Parken in Mainz GmbH. Die PMG wiederum gehört zu 50 Prozent der Stadt Mainz und zu 50 Prozent der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG).

Da der Rheingoldhalle GmbH & Co. KG auch das Parkhaus Rathaus gehört, hat sich die Stadt Mainz mit der PMG das Park-Know-how und mit der MAG das Know-how beim Thema Stadtentwicklung gesichert.

Entstanden ist dieses Konstrukt im Jahr 2004 mit dem Bau des Gutenbergsaals. Hintergrund: Sämtliche Erträge sollen nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern dienen ausschließlich als Instandhaltungsrücklagen für den Unterhalt der Gebäude.

Warum wird die Rheingoldhalle saniert?

Wie bei vielen Gebäuden, die vor über 50 Jahren gebaut wurden, sind weder der Brandschutz noch die Betriebssicherheit auf dem aktuellen Stand. So gesehen war eine Sanierung schon alleine deshalb zwingend und notwendig, um auch künftig den Brandschutz zu gewährleisten. Außerdem mussten sämtliche haustechnischen Anlagen ausgetauscht und auf den neusten energetischen Stand sowie auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Weiterhin werden die Räumlichkeiten der ehemaligen Spielbank zur Nutzung als Kongressbereich umgebaut und hergerichtet.

Wie sah der ursprüngliche Fertigstellungstermin aus?

Der Bauabschnitt 1 mit dem Großen Kongressaal und dem Rheinfoyer sollte ursprünglich am 30. September 2019 fertig sein.

Die Fertigstellung des Bauabschnitts 2 mit den Räumlichkeiten der ehemaligen Spielbank und den Künstlergarderoben war für den 30. September 2020 anberaumt.

Warum hat sich der Fertigstellungstermin verzögert?

Mitten in der Sanierungsphase – am 16. Mai 2019 – hat es in der Dachkonstruktion der Rheingoldhalle gebrannt. Die Feuerwehr hat den Brand über mehrere Stunden gelöscht, daraus resultierten weitere Schäden durch Löschwasser und Löschschaum. Mit dem Brandschaden mussten zunächst sämtliche Arbeiten an der Baustelle gestoppt werden. Polizei, Staatsanwaltschaft und Feuerwehr als auch Gutachter der Versicherungen hatten fortan das Sagen auf der Baustelle.

In Folge dessen mussten sämtliche weitere zukünftige Arbeiten und Vorgehensweisen mit den Versicherungen respektive mit den Gutachtern der Versicherungen abgestimmt werden. Zum Großteil haben die Versicherungen vorgegeben, welche Arbeiten wie und in welcher Form zu erfolgen haben. In vielen Fällen mussten Gutachter eingesetzt werden. In der Hauptfrage ging es stets darum, welche Schäden den Folgen des Brands zuzuordnen sind und welche Schäden und Wiederherstellungen die Versicherungen übernehmen. Alleine dieser Umstand und die daraus resultierende Vorgehensweise haben über Monate zu enormen Zeitverlusten geführt, vor allem bei strittigen unterschiedlichen Beurteilungen. Sämtliche Maßnahmen mussten demnach begutachtet, diskutiert, entsprechend abgestimmt und dokumentiert werden.

Wie wurde nach dem Brand weitergearbeitet?

Zunächst musste der Brandschaden beseitigt werden, dazu gehören auch die Schäden durch Löschschaum und Löschwasser, außerdem die durch den Brandschaden und/oder die bei der Brandschadenbeseitigung gefundenen Stoffe (vor allem Asbest). Auch diese mussten sachgerecht entfernt und entsorgt werden. Asbest gehört weltweit mit zu den gefährlichsten Baustoffen, die jemals eingesetzt wurden. Gerade bei dessen Entfernung und Entsorgung bestehen strengste Auflagen (Schutzanzug, Atemmaske, ärmeldichte Handschuhe), um die Menschen der Umgebung, vor allem aber die Bauarbeiter, entsprechend zu schützen. Die Durchführung übernahmen entsprechend zertifizierte Firmen. Für die zugänglichen Bereiche dauerten die Schadensbeseitigungsmaßnahmen bis Ende 2019. Die nicht zugänglichen Bereiche konnten je nach Baufortschritt erst nach und nach in Augenschein genommen und bewertet werden. Erst im Anschluss konnte in jedem Einzelfall – immer in Absprachen mit den Versicherungen und den Gutachtern – entschieden werden, welche Maßnahmen getroffen werden dürfen.

Was bedeutet der Brand für die beauftragten Firmen?

Durch den Brand und die dadurch bedingten Verzögerungen auf der Baustelle hatten alle Firmen ein außerordentliches Kündigungsrecht, zumal es sich bei dem Brand um höhere Gewalt handelte. Da viele Firmen zudem ihre Folgeaufträge bereits terminiert hatten, mussten nun mit allen tätigen Firmen ein komplett neuer Bauablauf mit Ausführungsterminen erstellt werden.

Um den Prozess zu beschleunigen, hat man sich zudem entschieden, den Bauabschnitt 1 und 2 nun nicht mehr nacheinander, sondern gleichzeitig umzusetzen, was zu sehr komplexen Bauabläufen führte, damit sich die einzelnen Baufirmen nicht gegenseitig bei der Arbeit behinderten.

Diese neuen Ausführungstermine, die ab Anfang 2020 galten, bedurften der Zustimmung der ausführenden Firmen. Weiterhin gehören nicht nur das gemeinsame terminliche Verständnis zur Ausführung der Arbeiten, sondern auch neue Vergütungsvereinbarungen mit der jeweiligen Firma. Mit einigen ist man heute noch am Verhandeln.

Der neu festgelegte Bauablauf war allerdings nur rund drei Monate gesichert, da Ende März 2020 ein von der Regierung verhängter Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte, was vertraglich schon wieder den Zustand der höheren Gewalt hervorbrachte und schon wieder ein Sonderkündigungsrecht für alle ausführenden Firmen herbeiführte.

Eigentlich hätten ab Mitte März 2020 die Haustechnik- und Hauptinstallationsarbeiten anfangen sollen. Im Zuge des Lockdowns kam es zu massiven Beeinträchtigungen des Bauablaufs, da ganze Montagekolonnen, vor allem osteuropäischer Bauarbeiter, nicht mehr über die Grenzen zurück nach Deutschland kamen.

Auch verschärfte Hygienevorschriften mussten von nun an umgesetzt werden. Nicht nur unmittelbar auf der Baustelle wurde Masken- und Abstandspflicht angeordnet, auch bei den Unterkünften und Sozialräumen musste darauf geachtet werden, weshalb innerhalb kürzester Zeit ein zweites Containerdorf aufgestellt werden musste. Die Containeranzahl wurde somit von 40 auf 80 verdoppelt.

Zugleich musste nun aufgrund der neuen Terminbeeinträchtigung erneut ein neuer Bauablauf erstellt und mit sämtlichen Firmen erneut vereinbart und abgestimmt werden.

Trotz der widrigen Umstände – Bauarbeiter müssen trotz schwerster körperlicher Arbeit eine Maske tragen, was zu mehr Pausen führt, zudem lassen sich nur eine bestimmte Anzahl von Bauarbeitern pro Raum und Fläche einsetzen – hat die Baustelle im Sommer und Winter 20/21 wieder Fahrt aufgenommen.

Während des 2. Lockdowns hat sich eine neue Hürde aufgetan: Beim Sondieren des Baufeldes der Rheingoldterrassen wurde am 22. Februar 2021 ein Verdachtsfall auf Kampfmittel im Bereich der Rheingoldterrasse an der Uferseite gefunden, was erneut zu einer achtwöchigen Stilllegung der Baustelle führte. Das Kampfmittel wurde in sechs Metern Tiefe mitten im Grundwasser lokalisiert, sodass sich – unter Aufsicht und Führung des Kampfmittelräumdienstes – per Hand Schicht für Schicht vorgearbeitet werden musste, begleitet von einer Grundwasserabsenkung.

Tatsächlich wurden Reste einer britischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am 26. März 2021 gefunden, glücklicherweise ohne Sprengstoff und Zündsatz. Im Anschluss musste der Bauablauf abermals neu verhandelt, organisiert und vereinbart werden. Hinzu bekommen wir nun weitere bundesweite Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren: Baustoffe werden knapp, vor allem Holz-, Stahl sowie Dämm- und Kunststoffe sind durch die stark gestiegene Nachfrage in China und den USA kaum noch erhältlich. Gleichzeitig ist die Produktion von Bauholz in Deutschland unter anderem wegen der Dürresommer der vergangenen Jahre zurückgegangen.

Seit Bekanntwerden der Baustoffknappheit werden vom Bauherrn die Lieferwaren auf Verfügbarkeit überprüft. Es werden mit jedem einzelnen Unternehmen Gespräche geführt, wo es Engpässe gibt oder geben könnte und wie die Lieferwaren gesichert sind. Leider gibt es aus der Baustoffindustrie mehr und mehr die Nachricht, dass es keine Zusicherung mehr zu Lieferterminen gibt, d. h. wir arbeiten zurzeit buchstäblich von der Hand in den Mund, mit dem spärlich vorhandenen Material, wir müssen improvisieren und sehen, was kommt.

Wann ist die Sanierung der Rheingoldhalle abgeschlossen?

Aufgrund der oben beschriebenen Ereignisse können wir bislang noch keinen seriösen Endtermin nennen. Sobald feststeht, dass die Lieferwaren sämtlicher noch ausstehender Arbeiten gesichert sind, wird der Endtermin bekannt gegeben.

Können mehr Personen an der Baustelle arbeiten, um den Baufortschritt zu beschleunigen?

Auf der Baustelle besteht kein Personalproblem. Über 60 unterschiedliche Gewerke sind vor Ort, in der Spitze sind über 140 Bauarbeiter gleichzeitig auf der Baustelle. Coronabedingt ist es gar nicht möglich, mehr Bauarbeiter zuzulassen.

Zu welchem Zeitpunkt konnte man feststellen, dass das Parkett ausgetauscht werden muss?

Zum Zeitpunkt des Brandes waren die Sanierungsarbeiten mitten im Gange. Im Kongresssaal war ein tonnenschweres Raumgerüst errichtet worden, um die Technik-Installationen im oberen Bereich des Kongresssaals durchführen zu können. Dieses Raumgerüst stand auf Filzfolien und Holzpaletten, um das darunter liegende Parkett zu schützen. Da das Parkett entsprechend unzugänglich war, konnte es unmittelbar nach dem Brand nicht in Augenschein genommen werden. Der Abbau des tonnenschweren Raumgerüsts hätte mehrere Hunderttausende Euro gekostet, zudem hätte der Auf- und Abbau des Gerüsts inkl. TÜV-Abnahme rund drei Monate weiteren Zeitverzug bedeutet. Da man das Parkett ohnehin erst am Ende eingesetzt hätte, nachdem die restlichen Arbeiten im Kongresssaal abgeschlossen sind, war es gar nicht notwendig, dieses vorher in Augenschein zu nehmen. Ohnehin musste die Vorgehensweise, wie nach dem Brand mit dem Parkett umzugehen war, mit den Versicherungen und Gutachtern abgestimmt werden. Man einigte sich darauf, erst nach dem Abbau des Gerüsts das Parkett in Augenschein zu nehmen. Daher wurde erst im April 2021 festgestellt, wie sehr das Parkett durch den Wasserschaden beschädigt war, und auch danach erst entschieden, ob es saniert oder ausgetauscht werden muss. Man wählte die kostengünstigere und weniger Zeit in Anspruch nehmende Variante: Einen kompletten Austausch. Optional hat sich der Bauherr frühzeitig ein Ersatzparkett gesichert, sodass nach dem Abbau des Gerüsts zeitnah das Parkett ausgetauscht werden kann.

Warum wird im Anschluss an die Rheingoldhallen-Sanierung die Rathaus-Garage saniert?

Die Sanierung der Rathaus-Tiefgarage läuft seit Jahren nach einem feststehenden Zeitplan. Vor der eigentlichen Sanierung mussten zunächst umfangreiche Voruntersuchungen, etwa am Beton, vorgenommen werden, bevor man festlegen konnte, in welchem Umfang die Sanierung der Rathaus-Tiefgarage erfolgt, neben der Bausubstanzuntersuchung mussten zeitgleich mit der Rheingoldhallen-Sanierung sämtliche sicherheitstechnischen Anlagen (Sprinkler-, Brandmelde- und elektrotechnische Anlagen) zwischen Rheingoldhalle, Tiefgarage und Rathaus getrennt werden. Dies hatte vor allem brandschutztechnische Gründe. Nur durch die Trennung konnte man die Sanierung der Rheingoldhalle autark betreiben. Niemand konnte vorher ahnen, dass es eine Pandemie und einen Lockdown geben würde.

Warum wird die Tiefgarage während der Sanierung geschlossen?

Die Sperrung aller Parkbereiche ermöglicht durch die mögliche Gleichzeitigkeit der Ausführungsarbeiten einen schnelleren Bauablauf und somit einen kürzeren Einschränkungszeitraum. Die Unterschiede für die sonst anfallenden Interimsmaßnahmen um den Garagenbetrieb aufrecht zu erhalten, sind vom Zeitaufwand und von den Kosten erheblich. Somit ist die Lösung – auch unter dem Gesichtspunkt der geringen Nachfrage auf Grund der Pandemie – erheblich wirtschaftlicher.

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